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Hecklingen, eine der ältesten Siedlungsgründungen (Ersterwähnung
944) in Mitteldeutschland, erfuhr um Mitte des 11. Jahrhunderts die Stiftung
eines Benediktiner-Nonnenklosters. Etwa ein Jahrhundert später wurde
mit dem Bau der jetzigen Klosterkirche begonnen, die sich durch ihren einheitlich-harmonischen
Baukörper und romanische Stuckplastik von europäischem Rang auszeichnet.
Seit dieser Zeit kam es auch zu großen Schenkungen (von Kirchen und
Ländereien) an das Kloster. Am Vorabend der Reformation wurde 1496
durch ein verheerendes Feuer nahezu der gesamte Klosterkomplex, jedoch
nicht die Kirche zerstört.
Die ursprünglich den beiden ritterlichen Heiligen Georg und Pancratius
(letzterer trat später in den Hintergrund) geweihte Kirche wurde in
der Folgezeit zur evangelischen Pfarrkirche des Ortes. Zu Beginn des 17.
Jahrhunderts löste eine Teilung der anhaltischen Lande Bekenntnisstreitigkeiten
aus: Das streng lutherische Hecklingen sollte nun von den Bildern sowie
rituellen Elementen wie dem Taufexorzismus oder der Ohrenbeichte gereinigt
werden.
Mit dem Zeitalter der Industrialisierung - im nahen Staßfurt entstand das erste Kalibergwerk der Welt - erhielt Hecklingen viele Zuwanderer. Maßgeblich durch den Staat gefördert, erstrahlte Ende des 19. Jahrhunderts die Kirche nach umfangreichen Restaurierungen in neuem Glanz.)
Der - erst 1928 zur Stadt erhobene - Ort Hecklingen hat seit der deutschen Wiedervereinigung eine außergewöhnlich prosperierende Entwicklung genommen, was vor allem in der steigenden Einwohnerzahl zum Ausdruck kommt und in der Gegend mit der höchsten Arbeitslosigkeit Deutschlands nicht selbstverständlich ist. Seit 1995 ist die Einwohnerzahl um ca. 500 Personen auf wieder rund 4.000 Einwohner angewachsen. Die Mitgliedschaft in unserer Kirchengemeinde dagegen ist vor allem Mitte der 90er Jahre nochmals stark zurückgegangen und beläuft sich auf knapp 400 Namen. Der Gottesdienstbesuch schwankt zwischen 20 und 30 Personen, zu Festtagen und besonderen Anlässen ist die Kirche aber auch immer wieder mal "richtig voll". Neben der Gemeindearbeit spielt der Tourismus eine bedeutende Rolle. Hecklingen liegt auf der 1993 eröffneten, resonanzstarken "Straße der Romanik" und wird vornehmlich von Besuchern aus den Altbundesländern aufgesucht. Über 4000 Gäste, ein Großteil bei den gut besuchten Veranstaltungen des "Hecklinger Konzertsommers", wurden 2009 bei uns gezählt. (C.Kulosa) |